All das was in mir ist,
nichts anderes kann mir mein Heiligtum sein.
Mein Wunderland, mein Phantasia, mein Tempel.

Ich öffne die Pforten meines Geistes dem fremden Wanderer
und schlage eine Brücke zu meiner Seele,
über das wilde Meer meiner Gefühle.

Ich will mein Schäumen und Tosen teilen.
Ich werde toben in den Köpfen meiner Besucher.

Sei mein Gast.

Sonntag, 28. September 2014

I did Nazi that comming...

I did Nazi that comming...


Sehr schön. Da greife ich so ein schwieriges, ungeliebtes Thema auf und beginne natürlich mit einem Wortspiel. Aber ja, wenn ich schon meine Gedanken dazu äußere ist das eigentlich kein schlechter Einstieg. Darf man denn über sowas lachen oder ist das völlig geschmacklos?
Ich denke diese Frage lässt sich aus mehreren Blickwinkeln bei argusäugen, von denen jede so ihre Berechtigung hat. Natürlich hat es seine Berechtigung zu sagen, "Das ist eine Kopfsache und eine Frage des Taktgefühls. Wenn ein Betroffener hier wäre zeigst du mir erst mal wie du das als Scherz rechtfertigen möchtest, ohne dich als Monster zu fühlen", was ja auch in allen Punkten verständlich ist. Das stimmt so.

Es ist allerdings keineswegs eine reine Frage der Reife ob man sich zu solch einem Thema kleine Witzchen erlaubt. Natürlich ist es nicht lustig.
Aber sind Schreckensphantome in den Köpfen der Menschen wirklich empathisch oder ist es dadurch ein soziales Tabu, welches man unter den Tisch fallen lässt damit es die Hunde fressen?
Gerade der Angst und dem Greul sollte man ins Gesicht lachen können um ihnen den Schrecken zu nehmen. Ich finde das ist eigentlich eine sehr gesunde Einstellung.
Meine Überlegungen und meine Einstellung zu einem Thema lässt sich eben nicht aus humoristischen Kommentaren ableiten. Humor ist nicht an die Grenzen der sozialen Vernunft gebunden sondern ein Ausdruck der Freiheit, Ironie bricht Grenzen ohne ein schadhaftes Ansinnen.
Ich finde es wichtig das zu verstehen.

Man darf auch an Charly Chaplin erinnern der in einem seiner Werke Hitler parodierte.
Ein humorvoller Umgang mit solchen humangeschichtlichen Kadavern ist keineswegs geistesverloren, sondern ein Spiegel der Mentalität das man der Abscheu keinen Tribut zollen sollte wenn man sie wirklich besiegen möchte.
Also ja, ich kann darüber lachen. Das bedeutet jedoch nicht das ich mich bei diesem Thema ausschließlich peinlichen Blödelein hingebe, weil ich zu betreten oder gar empathielos wäre um mich damit ernstlich auseinanderzusetzen.

Aber als Deutscher, da darf man das nicht.
Gut, ich bin Österreicher, obwohl mein Vater ja Deutscher war.
Aber das zieht mich ja nun nicht wirklich aus der Affäre. x)

Dennoch, Ich darf das natürlich nicht!
Nicht? Warum eigentlich?
Ist die Stigmatisierung als Tätervolk (Unwort Alarm, Unwort Alarrm!) nicht ebenfalls eine Form von "Rassismus"? Und bitte, keine Wortklügelein das Rassismus kein Begriff ist der nationale sondern ethnische Identitäten abwertet. Gut mitgedacht aber nein das ist kein grober Formfehler Sherlock.
Es ist nämlich der selbe konzeptionelle Kern des Vorurteils einer Volksidentität gegenüber,
Also ja, auch das ist Diskriminieren.
Oder darf man das als politische Wiederauferstehung der Erbsünde betrachten?
Generationsübergriffe Gesamturteile die sich auf völkische Identitäten fixieren sind doch genau das Übel welches wir Anklagen und sofort wieder zum Einsatz bringen!

Nein, ich spreche auch nicht von Amnesie. Nein, Nein, Nein.
Aber ist das vergessen dieses geschichtlichen Hintergrunds nicht ohnehin eine Panik die von der Lächerlichkeit selbst angetrieben wird? Ich meine wie sollte man das denn vergessen?
Aber seine Identität darüber definieren sollte man nicht.

Klar war es ein grausames Kriegsverbrechen.
Aber wieso erfährt eigentlich das A-Bomben Geschenkpaket mit dem die Amerikaner die Japaner beglückten nicht die selbe Aufmerksamkeit?
Die wurden ebenso als gelber Menschenmüll diffamiert und das noch in den oberstein Reihen.
Diese Form von Rassismus war nämlich zu jeder zeit sehr wohl gesellschaftsfähig und nicht Ausnahme sondern Regel.

Auch das nur so Leben amerikanischer Soldaten gerettet werden konnten, ist höchst umstritten.
Die Ankunft der Russen die ja sogar dem eigenem Zaren übel mitgespielt haben, war da eigentlich das größere Abschreckungsmittel. Da gibt es Hitze Diskussionen.
Und ja, ich spiele auf ein Buch an.

Und unterm Strich?
Gerade wenn man etwas verstehen möchte sollte man von Dämonisierungen Abstand nehmen.
Realistische Motive sind wesentlich komplexer und lassen sich nicht durch eine hohle Gut oder Böse Fragestellung aufklären.

Das war kein böses sondern ein sehr naives Deutschland.
Jene Soldaten fühlten sich als Pioniere die Heldenreisen in ferne Länder unternahmen.
Es war ja in den meisten Fällen wirklich der erste Auslandskontakt.
Wenn man sich dabei noch die antiintellektuelle Erziehung der H-Jungend mit all ihrem Militarismus, dem Frauenbild und die Identitätsverzerrung mit germanischen Mythen in Betracht zieht, dann ist das gar nicht mehr so wunderlich.
Diese Menschen glaubten oft an ihre kleine Welt der Herrenrassen.
Und jene die das nicht taten, waren gut darin beraten es für sich zu behalten.
Die Gestapo hört ja bekanntlich mit.

Bleibt immer noch die Frage, wie kann man das anderen Menschen antun?
Nunja, gar nicht. Sie dezimierten ja immerhin nur Juden.
Die wurden nicht als wahrlich Menschhaft anerkannt.
Solch eine Doktrin ist keinesfalls so einmalig wie es oft dargestellt wird.
Gab es nicht unzählige Kontakte mit Völkern die als tierisch abgeschrieben wurden?
Von den Schwarzen bis zu den Indianern hin, hielt sich die christliche Menschheit doch ebenfalls für eine Art Herrenrasse. Ist der Vergleich so fern?

Und speaking off, kann man den christlichen Fundamentalismus welchen die Amerikaner immer noch in ihrer Kriegsmaschinerie nutzen nicht durchaus mit Hitler wagnerschen Phantasmen vergleichen? Religion ist eben nicht nur ein Glaubensbekenntnis sondern ein Werkzeug um kollektive Identitäten zu erschaffen, festigen und abzugrenzen.
Selbst drüber nachdenken, ne?

Was will ich also damit sagen?
Um gegen die Wirrungen der Vergangenheit eine gegenwärtige Vernunft zu verteidigen ist es nicht angebracht ein Tabu mit politischer Buse zum Erhalt zu zwingen, sondern es ergibt sich daraus die Notwendigkeit sich selbst mit den Motiven dieser Historie auseinanderzusetzen und die sozialen Mechanismen dahinter zu begreifen, die das menschliche Handeln an sich bestimmen.
Angst terminiert man durch Schreckgespenster ebenso wenig wie durch Verdrängung, sondern nur durch das Verständnis um die Menschlichkeit in den tiefschwärzesten Punkten.

Mein Standpunkt.

2 Kommentare:

  1. Schreckgespenster lassen sich durch Angst auch nicht vertreiben und Humor ist auch nur eine Form, damit umzugehen. Ich befürchte, das dritte Reich erfährt auch nur eine Verherrlichung wie andere grausame Epochen, über die sich aber längst niemand mehr beschwert. Die Faszination liegt aber zumeist ja nicht so in den Greueltaten, die schon als vergessen gelten. Mit dem Gedanken sollte man sich anfreunden, Rollenspiele finden mancherorts ja auch schon statt. Alles nur Theater.

    Rassismus ist so eine Eigenart des Menschen, die überall auf der Welt zu finden ist. Manche tun so, als hätten es die Deutschen erfunden. Dabei sind doch die scheinheiligen Ösis an allem schuld und alle Nazis in Wahrheit diebische Polen..!

    Ich weiß auch nicht, warum man Rassismus mit Rassismus begegnet.

    Oder Rassismus für viele so normal ist, ohne das sie's merken.

    Vielleicht hab ich die zu hohen Ideale.

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  2. Hast du nicht,
    Deine Betrachtung ist sehr klar.

    Der Mensch hat auch eine gewisse Sehnsucht nach Schreckgespenstern.

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